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Künstliche Intelligenz verändert Gesellschaft und Sozialforschung

Vom 8. bis 10. November findet an der Universität Bremen der Digital Traces Workshop statt, eine internationale Konferenz über Verhalten in digitalen Medien, Künstliche Intelligenz und die Beziehung zwischen Mensch und Roboter. Zu der Tagung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Belgien, Deutschland, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Schweden, der Schweiz, Ungarn und den Vereinigten Staaten erwartet. Die Tagung wird vom Sozialwissenschaftlichen Methodenzentrum der Universität veranstaltet.

Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch

Der Einsatz von KI wird die Gesellschaft und den Alltag der Menschen verändern. Schon heute sind die Menschen in sozialen Medien, auf digitalen Marktplätzen, zum Online-Dating, zur Informationssuche oder zum Lernen in digitalen Verhaltensumgebungen unterwegs, in denen sie auch auf KI in Form von Bots treffen können. Auch die bewusst eingegangene, freiwillige Interaktion mit Künstlicher Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Schon heute interagieren die Menschen zuhause mit künstlichen virtuellen Maschinen wie Amazons Alexa, Apples Siri oder Microsofts Cortana. Bald werden auch „soziale Roboter“ zur Verfügung stehen und dann sehr wahrscheinlich im Alltag der Menschen zum Einsatz kommen. KI ist auf dem Vormarsch. Gleiches gilt für Szenarien einer intelligent vernetzten Stadt (Smart City). Bereits weniger futuristisch klingt schon heute die Rolle von KI in Bezug auf Mobilität, Stichwort: autonomes Fahren.

Maschinelles Lernen und "Big Data"

Nun entsteht KI über Techniken des maschinellen Lernens, also über Algorithmen, wie sie öffentlich meist unter dem Stichwort „Big Data“ diskutiert werden. Die Begegnung mit personalisierter Werbung beim Surfen durchs Internet ist für viele sicherlich das vertrauteste Beispiel dafür, dass Internetsurfen Spuren hinterlässt, die automatisiert ausgewertet werden können. Auch die Inhalte, die in sozialen Medien kommuniziert werden, können zum Gegenstand automatisierter Auswertungen werden. Es geht keinesfalls nur um Werbung. Es geht um verantwortungsvolle Wissenschaft, um den Schutz von Privatsphäre und persönlicher Daten, um die Frage der Akzeptanz von KI in der Gesellschaft sowie um ethische Fragen in einer stark digitalisierten und zunehmend durch KI beeinflussten Welt.

KI verändert auch die Sozialforschung</p>

Die Verfügbarkeit großer Mengen automatisiert auswertbarer Verhaltensspuren und Inhalte aus dem Internet verändert auch die Sozialforschung selbst und damit eine wichtige Informationsquelle für die öffentliche Meinungsbildung in der Gesellschaft: Bislang liefern vor allem Umfragen die relevanten empirischen Informationen. Bald wird der Fokus vermehrt auf der automatisierten „Big Data“ Analyse von Inhalten aus dem Internet liegen. Sicherzustellen ist also, die Methodik dafür so weiterzuentwickeln, dass diesen Auswertungen künftig dieselbe hohe methodische Qualität bescheinigt werden kann wie wissenschaftlichen Umfragen heute.

Computational Social Science – eine sich entwickelnde interdisziplinäre Wissenschaft

Dieses Ziel ist nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit zu erreichen. Der Workshop bringt entsprechend Expertise aus der Informatik, Robotik, Mathematik, Statistik, Linguistik sowie den Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Psychologie und der Sozial- und Politikwissenschaft zusammen.

Dank

Der vom Methodenzentrum am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität ausgerichtete Workshop wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Freien Hansestadt Bremen (Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz), der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) und der Universität Bremen finanziell unterstützt.

Weitere Informationen unter www.methodenzentrum-bremen.de

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Uwe Engel
Sozialwissenschaftliches Methodenzentrum
Universität Bremen
uengel@uni-bremen.de

Sekretariat:
Silke Himmel, silke.himmel@uni-bremen.de
Tel.: 0421 218 67322